Mittwochsspiel bei der TuS Koblenz

Um es vorwegzunehmen, der, der dieses Ergebnis auch nur im Traum gedacht hätte, den hätten wir alle für verrückt erklärt. Also, der Sportclub gewinnt auswärts gegen 1860 München 3:0. Verstanden? Nein? Auswärts gegen 1860……. Freiburg 3……. München 0. Bahnt sich da wirklich etwas an? Sollte es denn sein, dass unser SCF am Mittwoch zu Hause gewinnt, was ja wirklich möglich ist, … Sollten wir, die wir uns für das nächste Auswärtsspiel einen Sonderzug leisten, sollten wir einen abermaligen, einen zweiten Auswärtssieg in dieser Rückrunde erkämpfen und, sollten wir unser letztes Heimspiel gegen Wehen dann eben auch noch, vielleicht auch nur, weil es eben wieder ein Heimspiel, also unsere stärkeren Spiele, ist, dann, und nur dann, und auch nur, wenn die diversen „Gegner“ auch mitspielen, ja, dann steigt doch der Sportclub im ersten Jahr des neuen Trainers Robin Dutt in die erste Bundesliga auf.

Was für ein Wahnsinns Gedanke. Ist es überhaupt wünschenswert? Ist es auch nur annähernd möglich einigermaßen im dortigen Mittelfeld mit zu schwimmen? Ist es? Soll es denn überhaupt sein? Was für eine Frage überhaupt. Das kann sowohl als Ausruf, als auch als Frage gelesen werden, daher setzt Euch Euer Satzzeichen halt selber. ! oder ?.

Angeblich sollen ja ca. 1000 Fan-Tickets für den Gäste-Block ausgegeben worden sein. Wenn dem so war, dann sind noch mal so viele Fans auch aus dem näheren Umfeld der Allianz-Arena gekommen, denn so viele Freiburg-Fans habe ich schon sehr lange nicht mehr auswärts gesehen. Und dieses Mal wurde keine Fahrt gesponsert oder Eintrittskarten verschenkt. Nein, alle sind sie voller Hoffnungen angereist gekommen und sie sind belohnt worden. Eine Riesen-Stimmung, ein super Wetter, eine schier unendlich lange Schlange vor den Karten-Schaltern, eine nicht minder lange vor den Einlässen, leider nur etwas zu kaufen mit den bekannten Plastik-Karten. Ich hatte noch genügend Restguthaben auf meiner vom letzten Mal, vier Busse, viele per Auto noch mehr per Zug und alle waren gut drauf. Das Stadion ist immer wieder faszinierend, auch wenn es nur zur Hälfte gefüllt ist verströmt es doch diesen Hauch von Größe, den wir uns anscheinen alle so sehr wünschen.

Der Bus, der von den Supporters, aber eigentlich bräuchte ich das hier jetzt nicht extra erwähnen, war mit ca. 45 Personen ausreichend besetzt. Es war wieder mal dieser Doppeldecker, den wir jetzt schon des Öfteren gehabt haben. Egal, für mich genügend und guter Platz und oben, wo ich eh nicht aufrecht stehen kann hat sich das übliche „Rudel“ zusammengetan. Der Bus befindet sich bereits in der zweiten Hälfte seines Lebens. Das merkt man an so manchen Dingen, die einfach negativ auffallen. Die Heizung, die Lüftung die Türöffnung, die hintere Radabdeckung, die defekten Lautsprecher und so weiter. Irgendwie erinnert er mich schon arg an mich. Mir geht auch alle Nas`  lang irgendetwas kaputt oder auseinander, also vertragen wir beide uns höchst verständnisvoll. Für die Mega-Staus durch die wir durchmussten bzw. die wir erfolgreich umrundet haben, dafür konnte unser Busfahrer nichts. Dieser war jung, verständnisvoll und schnell. Eigentlich so, wie wir es gewohnt sind seit wir mit „Bär“ fahren.  Wenn so eine Runde sich dem Ende zuneigt, und einer wie ich, der zu allen Spielen mitreist dabei ist, dann gibt es nicht unbedingt tolle „Neuigkeiten“ von jeder Reise zu berichten. Die Freunde sind überwiegend die Gleichen, genauso wie die Rastplätze. Die Entspannungsmöglichkeiten sind die Gleichen und auch die Musik wechselt ständig zwischen Bata Ilitsch und Toten Hosen. Man kann entspannt an Morgen losfahren, braucht nicht in der Nacht schon weg, man kommt entspannt am Tage an. Dank zweiter Liga gibt es moderate Anfangszeiten, was wiederum dazu führt, dass man auch zu vernünftigen Zeiten wieder am Ausgangspunkt ist. Wie immer und überall, Ausnahmen bestätigen die Regeln. Gestern war es auch 3.25 Uhr am nächsten Morgen bis ich zu Hause war.

Über das Spiel kann und will ich nicht so viel sagen. Das machen Andere besser und das habe ich auch schon oft genug betont. Ganz am Anfang sah es verdammt danach aus, als würde es ein typisches Auswärtsspiel werden. Der Gegner spielte flott auf und wir versuchten, uns zu finden und dann auch noch dagegen zu halten. Was da passiert, ist hinlänglich bekannt.

Freiburger Spieler sind gut …
Freiburger Spieler ham` Mut …
erst fang` `se ganz langsam an …
aber dann, aber dann…..

Es gelingt ein Tor. Der Gegner wirkt angeschlagen. Bald darauf ein weiteres Tor, von keinem erwartet, von allen erhofft. Der Gegner ist nun verblüfft und verunsichert. In dieses Gefühls-Chaos fällt nun ein weiteres, das dritte Tor für den SCF. Jetzt ist die Hölle los. (Im positiven Sinne natürlich). Von unten rauf in die oberen Ränge erschallt das bekannte jedoch höchst einprägsame Singsang „FREIBUUURG“ und von oben schallt es ebenso einheitlich zurück „FREIBUUURG“ Das geht in der Regel so lange hin und her wie das ebenso beliebte Spiel vom verbiegen des Rumpfes unter Absingung folgendes Textes.
„wir gehen nach vorne….
wir gehen nach hinten...
wir gehen zur Seite (niemals habe ich verstanden, warum nach links zur Seite und nicht nach rechts)
das Gleiche noch ein Mal… auch fünf- bis sechsmal hintereinander.

Wir ham` ein Heimspiel in München. Selber gemalte Papp-Schilder mit dem Namen unseres Trainers. Ausgiebiges Hochleben lassen der Sieger-Mannschaft und als Sahne-Häubchen kommt der Trainer ohne dass er lautstark dazu aufgefordert werden musste selber in die Fankurve. Herz was kann man mehr verlangen. Das Leben ist doch schön. Zum Schluss noch das große Treffen aller bei den vielen Bussen. Was, Du bist ja auch da? Hab Dich gar nicht gesehen. Aber ich Dich. Ich stand weiter oben weischt. Wieder mal nichts zu tun für die mitgereisten SKB`s  und die unzähligen Polizisten, davon noch wenige dekorativ hoch zu Ross.

Die Heimfahrt noch üblicher wie die Hinfahrt. Schwerpunkt ist ein Halt bei McDonalds oder Burger King, ein Tankstopp und an Sonsten Hopp, hopp nach Hause. Als Hauptthemen natürlich der mögliche Aufstieg und das nächste Heimspiel, dieses Mal schon am kommenden Mittwoch.
So, das war`s wieder mal von Eurem Schriftführer berichtet.
Schaut Euch die Bilder an.
Ich weiß, manche sind nicht so gelungen, die neue Camera ist nicht so Licht stark.
Aber ich wollte Euch die kleine private Siegesfeier unsere Hooli-Gänschen nicht vorenthalten.
Macht`s gut bis zum nächsten Mal, Jochen Knoll