Aber hallo Freunde, ich war zwar schon vorher in dieser Arena, aber nicht so wie dieses Mal davor in Aue. Was ein Kontrastprogramm. Trotzdem werde ich mich bemühen, neutral und exakt von dieser Reise zu berichten.
Also, fing sehr gut an. Anja hat mich rechtzeitig hier vor meiner Türe aufgelesen. Ich bin ihr dankbar, dass sie so oft die Fahrten übernimmt, denn meine Ute arbeitet ja noch und braucht halt öfter unser Auto dienstlich und das geht dann eben vor. Etwas früher gab es da ja noch eine andere Mitfahrgelegenheit mit Freunden auch aus EM, das hat sich aber so ergeben, dass da für mich nichts mehr zu holen ist. So, wie es sich darstellt, ist es vielleicht auch besser so. Wir sind alle Menschen und können eben auch nicht immer über den eigenen Schatten springen.
Rechtzeitig zum vereinbarten Zeitpunkt fand sich das kleine Kontingent aus Freiburg in der Paduaallee ein, um in den Bus zuzusteigen, der ja immer von ganz oben heruntergefahren kommt. Leider nur, um via Handy von Michael zu erfahren, dass der Bus von freundlichen Polizisten auf Höhe Achern abgefangen worden ist, natürlich nur zur Vorsorglichen Kontrolle vor den eigentlichen Übergang in die Schweiz. Also, warten, ca. 35 Minuten. Dann aber ging`s los. Ein reichlich überfüllter Bus, sodass etliche keinen Sitzplatz mehr abbekommen haben. Dafür aber Bär als Fahrer. Ab die post, recht zügig bis zur großen Baustelle vor der Grenze.
Ab da langsam, langsam, langsam. Aber nachdem wir auf dem uns zugewiesenen Abstellplatz an der Grenze ca. 25 Minuten gestanden sind und Ottlie da so ca. 5 Zigaretten geraucht hat, wurden wir ohne jegliche Ausweiskontrolle einfach weitergeschickt.
Rein in die total verstopfte Stadt und ca. dreimal umgeleitet von freundlichen Helfern immer wieder das Stadion vor Augen. Schließlich dann eine sehr lange Tunnelpassage, und wir reiten unseren Bus zu ca. 50 bis 60 anderen einfach hintereinander auf. Jetzt noch den recht langen Fußmarsch zurück, dann gemeinsam den richtigen Schalter gesucht, gefunden und die Karten eingetauscht. Natürlich jeder persönlich und nur gegen Vorlage des gültigen Ausweises. Ein Riesenaufgebot von Ordnern versuchte sich permanent wichtig zu machen, eigentlich ohne großes Interesse der Fans. Wir haben dann unseren Eingang gefunden und hatten zu unserer Überraschung Sitzplätze auf dem Balkon im Block B2
So weit oben, das alles ohne Geländer, fast wäre ich verzweifelt. Zumal sofort klar war, dass ein Besuch der Toilette während des Spieles reine Utopie gewesen wäre. Aber welche Belohnung. Schaut Euch die Bilder an. Was für ein Aufwand, was für eine Show, so sind sie halt, die Eidgenossen.
Anja und ich wir haben natürlich nicht vergessen wie gut diese Schweizer „Klöpfer“ schmecken. Aber, je zwei Klöpfer mit „einer“ Scheibe Brot und einem, natürlich alkoholfreien Cola-Bier, ihr dürft raten. Na, wer bietet mehr? 26,00 Euro und dann vier Franken zurück. Scheiss egal, es war gut. Die Hymnen so gegen 20.40 Uhr und der Anpfiff um 20.45 Uhr pünktlich. Außer, dass die Deutsche Mannschaft kein einziges Mal in irgendwelche Bedrängnis gebracht wurde von unserem freundlichen Sparrings-Partner… Wirklich, sie waren fast harmlos, obwohl schon bisweilen bemüht mit entsprechender Härte ihre Scharten aus zu merzen. Vergebens. Bei so einem imponierenden Stadion hätten wir eigentlich einen top Spielbelag erwartet. War wohl nichts. Werden sie dann wohl erst nach diesem Spiel neu auslegen. Ein Acker wäre der bessere Name für das gewesen, was da angetroffen wurde. Wieder egal. Ich hatte zwar die Hoffnung mit einem fundamentalen Einstieg bereits nach 10 Minuten in Führung zu gehen. Leider hat es dann aber doch etwas länger gedauert. Erlaubt mir bitte wieder mal so einen Vergleich. Es ist halt einfach estetisch und souverän, wenn denn ein Spieler der Deutschen Nationalmannschaft so ein lässiges Tor vorführt.
Wie anders doch bei „meinem“ Lieblingsverein, wo sich diese alte Tugend wieder einzuspielen scheint, die wir mir Iaschi doch eigentlich begraben wollten.G utes, sehr gutes, perfektes Spiel und Zuspiel, leider immer nur bis zu 16ner. Na, nicht abschweifen und schon gar nicht schlecht über unseren SC reden, aber … Zurück zum „Matsch“ und zu „Corners“ statt Eckbällen.
Egal, es lief gut, sehr gut für uns. „Wir“ haben 4:0 gewonnen, die Stimmung war danach nicht besser als während des ganzen Spieles. Die Eidgenossen scheinen lieber ruhig in sich selber zu stehen als mal spontan aus sich herauszugehen. Also auch am Spiel-Ende keinerlei Emotionen oder gar Auflagen, nun länger da zu verweilen. In gemütlicher, vereinter Stimmung bewegten sich die Fans in Richtung Ausgänge, Vorplätze und letztlich fast alle auch zu den Bussen. Auf dem Heimweg habe ich mir eine dieser Fähnchen ergattert und unterwegs noch von den mir verbliebenen vier Franken einen Schweizer-Schal gehandelt. Beides wird dann meine Enkeltochter sehr erfreuen. Nachdem sich dann ENDLICH der Riesen-Wurm von hintereinander stehenden Bussen in Bewegung setzten konnte waren wieder die Fahrkünste vom Bär ausschlaggebend, dass wir gut, rasch und einfach blöd wieder in Freiburg waren.
Bleibt jetzt vielleicht nur noch nachzutragen, dass Michael mir Hoffnung gemacht hat, dass ich doch noch eine Karte für das Spiel gegen Kroatien bekommen kann. Einer sei abgesprungen.
Super. Und, Ihr werdet es gar nicht glauben. Wie oft habe ich da schon im Bus meine Mitgliedskarte in den Hut geworfen. Ich weiß es gar nicht mehr. Und was geht da jetzt? „ICH“ habe dieses Mal gewonnen. Die Fahrt, die Karte, alle für`s Spiel in Gelsenkirchen gegen Serbien mit abschließendem Abend (Nacht) in Düsseldorf. Ist das geil. So, hier ist der Schluss für dieses Mal.
Schaut Euch die vielen Bilder an, die mein „Geschreibsel“ vielleicht etwas erträglicher machen. Ich grüße Euch und wünsche mir für kommenden Freitag zu Hause gegen Aachen schon gerne einen Heimsieg.
Ich grüße Euch, Euer Schriftführer, Jochen Knoll