Dieser Vorspann hat zum eigentlichen Bericht keinen Bezug, Ihr könntet ihn also getrost übergehen. Ich finde es aber wichtig, zu gewissen Dingen Stellung zu beziehen. Also, Ort des zu berichtenden Ereignisses war der Platz vor dem Fan-Haus. Ich hatte mein Schorle, angeregte Unterhaltung und war gut drauf. Ein vermeidlicher Freund und Kumpel bittet mich auf ein Wort zur Seite. Freudige Überraschung, Neugierde, Skepsis, Unwissenheit. Worum geht es? Sehr bald werde ich höchst dramatisch aufgeklärt. Ich hätte mich in ungebührlicher und auch unberechtigter Art und Weise in die Planungen andere Fan-Clubs eingemischt und das auch noch in der breiten Öffentlichkeit. Es ist eigentlich einer der Gründe, weshalb ich solche Berichte nach den Auswärtsspielen verfasse, nämlich, dass Freunde und Fans auf mich zukommen, Du, ich habe Deinen Bericht gelesen, super…, oder eben auch, he, das sehe ich aber schon ganz anders…. Es ist töricht zu glauben, dass man es jedem jedes Mal Recht machen kann. Ist eigentlich auch nicht meine Absicht.
Eher schon, denen, die nicht dabei sein konnten oder wollten, und auch denen, die dabei waren noch mal die Situation aus meiner ganz speziellen Sicht darzutun. Besagter Freund holt verbal aus und versetzt mir einige gezielte Tiefschläge in denen er sowohl die von mir verwendete Wortwahl als auch deren Inhalt als völlig unnötig und auch nicht an die Öffentlichkeit gehörend anmahnte. Anfangs war ich erstaunt, überrascht, ja fast überrumpelt ob der Ungeheuerlichkeiten, derer ich mich verschuldet habe. Hätte ich das ganze „Ausmaß“ erahnen können, ich hätte versucht, es anders zu formulieren. Ich habe doch tatsächlich ohne vorherige Rücksprache mit den Aktivisten Kritik geübt an der Besetzung einzelner Fan-Busse. Hoppla, das geht ja nun wirklich nicht! Natürlich kann und will man mir von Seiten meiner Freunde nicht das Schreiben verbieten, aber… über den Inhalt eines solchen Schreibens darf danach ja denn ruhig mal diskutiert werden. Da habe ich wohl etwas angestoßen, was Anderen wiederum heftigst aufgestoßen ist.
So, Jochen, Pech gehabt. Warum schreibst Du auch so was? Das anschließend zur Schau gestellte Verhalten, nämlich gestern beim Auswärtsspiel, auf das ich hier auch noch zu schreiben komme, ließ für mich nur den einen Schluss übrig, dass da wohl eine Entschuldigung meiner Seits erwartet wird. Kann aber nicht kommen, denn von mir aus ist nichts Entschuldigungswürdiges geschehen. Und, abschließend, was ich schreibe, schreibe ich für alle, also sehr wohl für die Öffentlichkeit und daran werden sich auch durch gelegentliche Verbale Attacken nichts ändern. Übrigens, mein Freund ist ebenfalls emsiger Berichtes-Schreiber, sollte irgendjemand Interesse daran haben auch diese zu lesen, „er“ sagt Euch auf Anfrage sicher, wo Ihr sie dann finden könnt. In diesem Sinne, auf ein Neues und damit zurück zu meinem Bericht.
In mancherlei Hinsicht eine besondere Fahrt. Bedingt durch die verhältnismäßig geringe Entfernung konnten wir zu sehr humaner Zeit, 8:30 Uhr ab Emmendingen, unsere Reise beginnen. Wir waren sage und schreibe dieses Mal einer von drei Bussen, wann hatten wir das zuletzt? Und, einer davon war ein sog. Bobbele-Bus. Ein Bobbele-Bus ist ein Bus, der von meinem Fan-Club eben den Dreisam Bobbele organisiert wurde. Wir versuchen sowohl in der Hin-Runde als auch in der Rück-Runde jeweils einen Bus anzubieten. Das hat den Vorteil, dass gewährleistet ist, dass der Bus dann auch entsprechend besetzt ist. Also ein Bobbele Bus, und das mit allen üblichen Annehmlichkeiten, die damit verbunden sind. Nichtraucher-Bus, angenehme Atmosphäre, eben viele Bobbele, Getränke vom Stadelbauer. Soll heißen, nicht nur Mixery, sondern auch immer die neuesten nicht alkoholischen Spezialitäten. Frisch in der Nacht gemachte Schnitzel und Bouletten mit knackfrischen Brötchen. Kurz, es macht Spaß, ab und zu mal mit den Bobbele zu verreisen. Was nicht heißen soll, dass ich nicht gerne bei der Supporters-Crew mitfahre. (Ich muss mich da einfach vorsichtiger ausdrücken, sonst habe ich doch gleich den nächsten „Rüffel“ zu erwarten.) Letztere waren ja immer fast gleich auf mit unserem Bus und ich konnte problemlos meine eventuellen „Sehnsüchte“ auf dem gemeinsam genutzten Parkplatz stillen.
Bei der Gelegenheit konnte ich auch ein neu kreiertes Shirt erwerben, dessen Reinerlös zu einem bestimmten Prozentsatz zur Tilgung finanzieller Verpflichtungen derjenigen NBU-Mitglieder verwendet wird, die zur Zeit immer noch durch ein langjähriges Stadion-Verbot doch reichlich im nötigen Aktionsradius eingeschränkt sind. Ich freue mich, wenn ich mit diesem kleinen Beitrag auch dazu beitragen kann meinen Freunden das Leben etwas zu erleichtern. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt auf die Fahrt nach Wehen, bei der wieder einige von ihnen die Reise im Supperters-Bus mitmachen, wohl wissend, dass sie nicht ins Stadion dürfen. Aber nun rasch zurück in den Bobbele-Bus.
Da ich einer der Busbetreuer war, oblag es mir, die Brötchen mit den Schnitzeln zu belegen. Ich selber habe zwar die Bouletten vorgezogen, aber beides ist und war sehr lecker. Natürlich können entstehende Unkosten, wie Fahrtkosten, Essen und Getränke per Abbuchung problemlos erledigt werden und natürlich sind von Seiten der Organisatoren im Vorgriff die nötigen Tickets beschafft worden, sodass diese im Bus nur noch ausgegeben werden mussten. Also eine schöne, harmonische, verhältnismäßig kurze Anfahrt und wir waren am Stadion.
Dafür dass drei Busse im Einsatz waren, etliche mit dem privaten PKW und auch einige mit der Bahn angereist waren, waren doch noch unübersehbare „Lücken“ im Fan-Block. Wenigstens war genug Platz für unsere Fahnen. Auch aufgeheizt durch Aussagen unseres Trainers im Vorfeld und durch die durchweg positive Berichterstattung in den Medien glaubten, hofften wir alle, dass nun zwei mal nicht gewonnen schon genug sei und wir waren uns alle einig, heute, gegen Offenbach „muss“ eben wieder ein Sieg her. Und alle waren wir schon etwas überrascht, wie der Gegner flott, zielsicher und aggresiev zur Sache ging. Ich dachte immer „unsere“ Jung `s seien schnell, flott und gradlinig dabei, aber gegen diese Offenbacher sahen wir einfach nur langsam und verunsichert aus. Gott sei Dank hatte Walke einen guten Tag. Der hat Sachen gehalten, die schon krass waren. Außerdem spielte sich das ganze geschehen viel zu oft und viel zu dicht an unserem Tor ab. Wie gesagt, die Anderen hatten diverse sehr schöne Spielzüge und auch Tor-Schüsse. Wir dagegen hatten, glaube ich im Nachhinein, gar nur einen rechten Torschuss. Wir können mit dem erzielten 0:0 jedenfalls durchaus zufrieden sein und sollten diesen Kick recht bald verdrängen und uns auf den kommenden Montag konzentrieren, an dem es in heimischem Stadion um den Verbleib in einem der drei Aufstiegsplätze für die Winterpause geht.
Natürlich wünsche ich es mir auch, aber, es ist Skepsis erlaubt. Wenn sie so agieren wie gestern, dann ist da gar nichts zu holen. Aber so ist halt der Fußball und deshalb rennen wir ja auch zu jedem Spiel. Denn, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Die Rückfahrt war wie die Hinfahrt, nur sehr viel stürmischer, was unseren sehr guten Bus-Fahrer zu der Aussage verleitete, das ist ja schlimmer wie Glatteis. Trotzdem fuhr er wie ein junger Gott und wurde auch, auch eine Eigenhit eines Bobbele-Busses, mit von den Insassen gesammeltem Trinkgeld belohnt. Um halb Neun war ich daheim und habe noch den Rest der Zusammenstellung der Sonntagsspiele auf DSF geschaut.
Also, bis bald Wieder, Euer Schriftführer, Jochen Knoll