So, nun wird es allenthalben sicher etwas ruhiger werden um unsere Freiburg- Fangruppen und alle jene, die bis gestern noch voller Euphorie von einem denkbaren Aufstieg in die erste Bundesliga geträumt haben, werden sich nun wohl umorientieren müssen. Was soll man sagen, wenn man, wie ich, begeistert ca. 13 Stunden Busfahrt auf sich nimmt und dann einen solchen Kick serviert bekommt. Was hatten wir für Visionen? Einen Sonderzug wollte man bemühen. Letztlich sind es zwei Busse geworden, nämlich der der FG und der der Supporters. Wie gespalten die Fans untereinander mittlerweile sind, erkennt man überdeutlich an bekannten Gesichtern, welche man da dann vor Ort antrifft und die in keinem der beiden Busse angereist sind. Die Erklärungen sind simpel und doch nachdenkenswert. Wir sind lieber mit dem Zug gekommen, man kann sich da doch freier bewegen. Oder, für 95 Euro kann man auch ganz bequem mit dem Flieger anreisen. Weißt Du, da kann man schon vorher kommen und eben eine Nacht da schlafen. Hallo, beide Busse haben diesen Komfort auch im Programm gehabt. Egal, jeder entscheidet so etwas ja eh für sich alleine.
Im Stadion am Millerntor waren wir ja dann sowieso wieder alle zusammen und, um nicht den falschen Eindruck zu vermitteln, eins ist auch sicher, die Stimmung bei uns Freiburg-Fans war durchgehend schöner, besser und lauter als bei den Paulianern. Erst noch mal zurück zum Anfang.
Aus welchen Gründen auch immer, einige werden stets von irgendwelchen irgendwie bewusst herausgepickt, um sie schriftlich oder mündlich zu attackieren. Der Eine geht damit recht locker um, und wird dadurch, dass es wohl keinen Spaß macht, auch schnell wieder in Ruhe gelassen. Andere wiederum, die nehmen diese extra Behandlung persönlich, fühlen sich völlig zu unrecht herumgeschubst und werden daher weiter permanent mit Mist und Unwahrheiten befeuert. Das führt dann zu den oben schon angedeuteten Reaktionen und dazu, dass man sich allgemein nicht mehr so wohl fühlt in der Gemeinschaft. Ich persönlich werde da stets raus gehalten, was ich wiederum darauf zurückführe, dass ich mich weitestgehend neutral verhalte und vor allem, mich aus solchen „Kindereien“ einfach ganz raushalte. Wenn aber einzelne Personen gezielt ausgewählt werden, um diese persönlich und öffentlich zu diskriminieren, dann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem man Stellung beziehen sollte, was ich hiermit öffentlich getan habe. Ich finde, es ist übel, wenn man über jemanden irgendetwas erfindet, nur um ihm zu schaden und ihm weh zu tun. Das ist übel und hat mit Fußball nun wirklich nichts mehr zu tun. Ich brauche da auch nicht weiter drauf einzugehen, denn diejenigen, die das betrifft, haben sehr wohl verstanden, was ich da sagen will und ich bin mir sicher, dass das nun auch ein gutes Ende haben wird.
Es gibt andere, wirkungsvollere Möglichkeiten der Beseitigung solcher Dinge, aber ich bin wiederum sicher, dass muss nicht so weit kommen.
Wie gesagt, unser Bus war voll besetzt und Dank Reiner mit einem tollen Fahrer bestückt. Wir sind gegen 9 Uhr in Freiburg gestartet, Gegen 9.40 Uhr bin ich in Herbolzheim zugestiegen. Es war eine schöne Reise aber es wurde auch immer kälter und bereits auf der Hinreise kam es zu Schneeregenbildung. Später auf der Rückfahrt kamen wir auf eisglatter Autobahn auch schon mal in ernste Bedrängnis.
Nicht durch „unseren“ Fahrer, sondern durch Leute, die einfach mit der Situation überfordert waren und sinn und planlos drauf losgerutscht sind. Mein Plan, die Reise zu einem Besuch des Musicals „der König der Löwen“ zu nutzen musste aufgegeben werden, denn unsere Ankunft war nicht vor 21 Uhr. Wir Supporters waren in zwei verschiedenen Hostels untergebracht. Unseres war quasi hinter dem Hamburger Hauptbahnhof und recht gediegen. Aber es war gut für eine Nacht und das gebotene Frühstück war fürstlich. In Anbetracht des sehr schlechten Wetters begnügte zumindest ich mich mit einer Rundreise mit der Städtischen Hochbahn, die mich durch die gesamte Stadt führte und ich dadurch zumindest einen geschlossenen Gesamteindruck bekam. Eigentlich waren wir immer nur zu Zweit, trafen aber unterwegs stets die Eigenen und auch sehr freundliche, hilfsbereite „Pauli-Fans“.
Um eins waren wir dann wieder am Bus, der bis da hin unmittelbar innerhalb der Umzäunung am Eingang der Gäste geparkt war. Wir konnten unsere Rucksäcke da lassen und nun endlich in das Stadion gehen. Es ist das ein eher altes, kleines Stadion, aber die Atmosphäre, das Fan-Publikum, der Stadion- Sprecher, die Begleitmusik und das unendliche, kalte, nasse Wetter war so was von geil, dass es keinen, wirklich keinen gestört hat, dass wir alle nach ca. einer Stunde bis auf das Unterhemd durchgenässt waren. Wie gesagt, es war eine super Stimmung und diese hielt Dank der wackeren „Arbeit“ unsere div. Megaphon-Männer auch bis zum Schluss an. Über das eigentliche Spielgeschehen sage ich ja sowieso nicht unbedingt umfassend aus, das können Andere viel besser. Aber, so viel schon dazu. Es war wieder eines dieser sog. Auswärtsspiele und unsere „Jung`s“ haben sich wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. 5:0 war das Ergebnis und, glaubt es mir, damit waren sie noch gut bedient. OK, Pauli stand mit dem Rücken zur Wand und sie mussten…. Aber was für ein Bild. Man hatte den Eindruck, alle Paulianer seien viel größer gewesen, viel schneller gewesen, viel kompakter gestanden und vor allem, vor allem,… JEDER, JEDER hat aus jeder Position und Entfernung unbedingt und mit Gewalt auf unser Tor geschossen. Das musste so kommen. Bleibt zu hoffen, dass sie das zumindest gemerkt habe, und in Zukunft Gleiches tun werden. Wäre sicher schön, glaube ich jedoch nicht, bevor ich es selber sehe. 5:0 verloren, und dennoch freudige, laute Jubelgesänge. Das hat Eindruck hinterlassen. Aus dem gegnerischen Block der Beginn einer Laola für uns, wo gab `s denn schon so was?
Am Schluss leider wieder nur drei vier Freiburger, die sich zu uns verirrt haben. Alle Paulianer kamen zu unserem Block und wir machten zusammen die Welle. War toll, stimmt schon, auch wenn manche das wohl nicht so richtig verstanden haben und plötzlich angefangen haben St.Pauli….St. Pauli…... zu brüllen. Das kam nicht so gut, wurde aber auch nicht ausgenutzt.
Alles in Allem eine höchst gelungene, schöne Reise, die Dank des frühen Beginnes eines Zweit-Liga-Spieles auch schon gegen 1.30 Uhr in Herbolze sein Ende gefunden hat. Super war’s und das machen wir sicher mal wieder.
Bis zum nächsten Mal, Euer Schriftführer, Jochen Knoll