Hallo Freunde,
seit dem letzten Auswärtsspiel in der Rückrunde gegen Karlsruhe habe ich nichts mehr fotografiert und auch nichts mehr geschrieben. Gleich dazu, ich fühle mich deshalb weder schlecht noch schuldig und ich bin auch erst zum Pokalspiel in Villingen darauf angesprochen worden. Diese Tatsache, dass eben nichts geschrieben oder via Foto dokumentiert wurde, hat anscheinend nur wenige oder sogar keinen einzigen meiner hoffentlich zahlreichen „Leser“ sonderlich aufgeregt. Tatsache ist, dass „niemand“ sich in dieser Zeit, weder mündlich noch über dieses Medium, bei mir erkundigt hat, was denn eventuell einen solchen Sinneswandel bei mir ausgelöst haben konnte. Was sagt einem das? Ist das Interesse an meinen „Berichten“ eher viel weniger, als ich es immer annehme und erhoffe? Ist es die (viel zu lange) Spiel-Pause die die Vergessenheit heraufbeschwört? Werden vielleicht auch nur die beigefügten Bilder angeschaut und gut ist`s? Ich weiß es nicht, wüsste es aber schon gerne.
Zumal ich nun hier sitze, um nach dem Auftaktspiel in der neuen Hinrunde gegen Osnabrück, weit ausholend, über dieses Ereignis in gewohnter Art zu berichten. Natürlich bin ich leicht verunsichert und grübele darüber nach, ob es denn sinnvoll ist, hier meinen noch verbliebenen „Geist“ zu versprühen.
Zumal sich auch andere in anderen Fan-Clubs in ähnlicher Weise mit diesen Themen auseinandersetzen. O.K. ich fang` jetzt halt einfach mal an und berichte das, was von den vorhergegangenen Geschehnissen noch in meinem Gedächtnis vorhanden ist.
Da wurde zuerst meine große Neugierde geweckt, was den Trainer (nicht mehr Volker Finke, sondern Robin Dutt) anbelangt. Aber auch die diversen neuen Spieler, die bedingt durch den Weggang Einzelner nötig geworden sind sollten uns ja beim ersten Aufgalopp auf dem extra dafür noch mal nachgemähten Grün hinter dem heimischen Stadion präsentiert werden. Ich hatte mich schnell entschlossen, da dabei zu sein, Na ja, eigentlich aber wie immer. Wir wurden, ebenfalls wie üblich, auf eine sehr lange „Probe“ gestellt, denn bis alle endlich aus ihren Besprechungsräumen hervortraten, um sich uns, den gespannt gewarteten Fans zu präsentieren verging so manche halbe Stunde. Es waren dann doch einige, ich schätze ca. 400-500 Personen, die nun erstmals und in Greifnähe dabei waren. Übrigens das erste und einzige Mal, dass ich Valerie gesehen habe und sie hat dem neuen Trainer begeistert zugewunken. Schon ein bisschen komisch, sicher auch für die Spieler.
Mein persönlicher erster Eindruck war positiv. Sicher auch, weil ich das alles positiv sehen wollte. Irgendwelche neueren Erkenntnisse aus dem anschließenden ersten Training blieben aber zumindest mir verschlossen. Trotzdem bin ich befriedigt und motiviert nach Trainingsende nach Hause gefahren. Ich weiß nun wirklich nicht mehr so genau, was nach diesem ersten Training für Vorbereitungsspiele, Freundschaftsspiele und Benefizveranstaltungen abgehalten wurden. Daher bitte ich Euch, es mir nachzusehen, wenn ich die Dinge einfach nur so aufzähle. Dabei war ich zwar bei allen, aber mein Gedächtnis, ich sagte es bereits.
Wir waren zu Freundschaftsspielen in Freikamt und in Furtwangen, zu Testspielen in Lörrach, Stuttgart-Degerloch und Kehl und auch zum Kaiserstuhl-Cup in Bahlingen. Danach noch zur ersten Runde des DFB-Pokals nach Villingen, wo gut gespielt wurde und auch verdient gewonnen. Ich sah bei all den Spielen eine junge Mannschaft, die sich sichtbar bemühte, eine homogene Einheit zu finden und zu bilden. Ich sah einen engagierten aber eher zurückhaltenden Trainer, der sich in seinen Gebaren und Äußerungen sehr gefällig präsentierte. Ich sah höchst unterschiedliche Leistungen, die jedoch letztlich alle von mir als gut gelungen und hoffnungsvoll eingestuft wurden. Dazwischen folgte ich noch einer Einladung des Freiburger SWR 4 Hörfunksenders, wo in einer Podiumsdiskussion mit Robin Dutt und Dirk Duffner (dem ebenfalls neuen Sportdirektor) kein Blatt vor den Mund genommen wurde. Ich kann getrost sagen, dass bei dieser Diskussion für „mich“ der Knoten endgültig geplatzt ist. Ich habe mich begeistert für den neuen Trainer und das hält an und wird sich sicherlich noch erheblich steigern. Irgendwelchen „Auseinandersetzungen“ gleich welcher Art und in welcher Form an welchem Ort und in welcher Zusammensetzung können meine bereits gebildete Meinung nicht mehr ändern.
Ich gehe positiv in die neue Runde und habe nicht nur den neuen Trainer, sondern auch die neuen Spieler bereits als „Freunde“ bei mir im Herzen aufgenommen. Wenn ich das nun noch mal lese, auch wegen der Rechtschreibfehler, finde ich nichts übertriebenes dabei und, wenn es denn keinen oder nur wenige Andere interessiert, dann ist es wenigstens wichtig für mich und bestätigt mir, dass ich ruhig noch etwas weitermachen kann mit meine Berichten zu den Auswärtsspielen meines SCF. Was ich nun einfach angehe und zu dem ich Euch viel Vergnügen wünsche.
Hier jetzt also:
Mein persönlicher Bericht zum ersten Auswärtsspiel in der Hinrunde 2007/2008, dem Auftaktspiel gegen den Aufsteiger Osnabrück.
Gleich vorweg, das haben wir leider verloren. Nicht, dass ich da keine guten Ansätze gesehen hätte, aber das Spiel wirkte verkrampft und man konnte es spüren, wie unsere Jungs unbedingt gewinnen wollten. Das führte leider zu einigen ungeschickten Situationen und sie taten sich schwer, gegen die völlig unbekümmert aufspielenden Aufsteiger aus Osnabrück. Wer meine Berichte regelmäßig liest, der weiß, dass ich irgendwelche spektakulären Spielabläufe und deren Analysen gerne Anderen überlasse, die mit Namen und Fakten aufwarten können und mich stattdessen mehr auf die Eindrücke und Ereignisse im Verlauf einer solchen Auswärtsfahrt konzentriere.
Ich fange also noch mal von vorne an und berichte, dass ich mit den Supporters gefahren bin. Zusammen mit ca. 35 anderen Fans in einem Supporters-Bus. Da fängt es auch schon an unangenehm zu werden. Natürlich war es von den Verantwortlichen, wie eigentlich immer, geplant, auch in der großen Kreisstadt Emmendingen zu halten, zumal da dieses Mal ausnahmsweise gleich vier Fans einsteigen wollten. Wollten! Der Busfahrer wollte das eben nicht und damit hatten wir Emmendinger schon das erste Problem. Wie kommt man zu so früher Stunde nach Freiburg an die Paduaallee, wenn so was nicht rechtzeitig bekannt ist und daher nicht organisiert ist. Es war für einzelne recht schwierig und auch stressig. Natürlich führte das im Vorfeld und auch hinterher zu einigen Unruhe und reichlichen Unmutsäußerungen, die letztlich darin gipfelten, dass man sich einig war, dieses Busunternehmen in Zukunft nicht mehr zu bemühen. Nicht genug, dass man es sich mit den Mitfahrern aus EM verscherzt hatte, nein, wir alle, die wir uns erwartungsvoll an der Endhaltestelle in Lehen versammelt hatten durften geschlagene eineinhalb Stunden auf die Ankunft des Busses warten! Grund dafür war wohl, dass ein Aushilfsfahrer keine Lust mehr hatte und ein Ersatz einfach nicht aufzutreiben war. Ein freundlicher älterer Herr übernahm schließlich das Steuer unseres Busses und gab dieses erst in Mannheim an den eigentlichen Fahrer weiter. Dieser fuhr nun nicht nur weiter bis Osnabrück (immerhin ca. 100 Km vor Hamburg) sondern nach dem Spiel auch wieder alleine zurück nach Freiburg. Wie der das mit seinen Lenkzeiten getrickst hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Für so lange Fahrten „muss“ meiner Meinung nach einfach ein zweiter Fahrer dabei sein. Unsere erste Fahrt, mir erschien sie unendlich lang, war höchst amüsant und Dank des Getränke-Zehners auch feucht fröhlich. Ein dezenter Hinweis auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes in einem neu aufgelegten Informations-Fleyer der Supporters-Crew hat wirklich keinen abgehalten und selbst Personen unter 18 Jahren haben was zu trinken gehabt und auch bereitwillig einen vorgelegten Antrag zur Mitgliedschaft bei den Supporters unterschrieben.
Die Bus-Gesellschaft war wie immer bunt gemischt, diverse Fan-Clubs und auch, ebenfalls wie immer, etliche weibliche Fans. Erstmals hatten wir einen SC-Fan aus Neuchatell (Schweiz) zu Gast, der immerhin schon sieben Fahrstunden hinter sich gebracht hatte, bevor er bei uns einsteigen konnte. Er fand es super und versicherte uns, recht bald wieder mit uns fahren zu wollen. Nicht genug damit. Ein junger kanadischer SC-Fan war auch erstmals mit im Bus. In der B.Z. wurde er anlässlich eines Interviews im Mösle am darauf folgenden Tag als „Überfan aus Übersee“ bezeichnet, denn er ist extra 6400 Km geflogen, um dieses Spiel zu sehen. Kyle Baumann hatte zu Hause so lange neben seiner Schule gejobbt, bis er sich diese Reise leisten konnte. Er hat viele Gesänge auswendig gelernt und sich mit den neuesten Trikots ausgestattet. Ein Super-Typ, den wir alle sofort in unsere Herzen geschlossen haben.
Zu erwähnen vielleicht noch, dass auch die FG einen Bus gestellt hat, der aber nicht ganz voll gewesen ist. Obwohl es in Freiburg wohl permanent geregnet hatte schien bei uns die Sonne und wir erwarteten dann auf einem nahe gelegenen Parkplatz vor Osnabrück eine vorab angekündigte Polizeieskorte. Die war dann ein freundlicher Motorradfahrer mit der Helmnummer 11, der uns freundlicher Weise zu einer längeren Rundfahrt um das Stadion eingeladen hat. Auf dem Busparkplatz dann ein riesiges Aufgebot von Polizei in grüner und schwarzer Uniform. Den kurzen Weg, ca. 15 Minuten, wurden wir eskortiert zu beiden Seiten.
Höchst verwunderlich und sicher sehr stressig für die vermummten Beamten. Am Stadion angekommen, übrigens ein sehr schmuckes, kompaktes, kleineres Teil, welches sofort eine sympathische Ausstrahlung hatte, stand da unser Fanbetreuer Michael mit gesponserten Eintrittskarten, was unsere Stimmung gleich nach oben brachte. Interessant am Rande, einige von uns wollten nicht gleich in das Stadion sondern erst noch mal in ein nahe gelegenes Bierhaus. Gesagt getan und schon rannten die armen Polizisten im Schweinsgalopp hinterher, ein Bild zum brüllen.
Im Stadion waren dann ca. 90 bis 100 Freiburg-Fans und etwa ebenso viele Fans aus der Umgebung. Wir wurden freundlich empfangen von unserem Fan-Club (Namen weiß ich nicht mehr) der von einem Pfarrer geleitet wird und mussten feststellen, dass die geforderten Preise für Getränke extrem hoch waren. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mal in einem Stadion drei Euro für einen Plastikbecher Wasser zahlen musste. Bier drei Euro fünfzig. Dafür waren die sehr lecker schmeckenden Bratwürste schon für 1,70 Euro zu kriegen, das war dann ein ausgesprochener Tiefpreis und der gerechte Ausgleich. Stimmung gut (erstes Spiel), Wurst gut, Wetter gut und viele begeisterte Fahnenschwenker. Dazu alle lange nicht mehr gesungene und gehörte Texte, man sollte doch meinen, dass es für alle nur super ist. Mit Nichten. Da haben sich doch einige tatsächlich durch das Schwenken der Fahnen in ihrer Sicht eingeschränkt gefühlt und nicht genug damit, auch die vorgetragenen Texte entsprachen nicht ihrem üblichen Wortschatz. Selbiges erfuhr ich aber erst, nachdem ich nachgefragt habe, warum sie sich denn von der Allgemeinheit entfernt hatten. Sorry kann ich da nur sagen, man kann es eben nicht jedem recht machen.
Über den Spielverlauf habe ich mich ja bereits viel weiter oben ausgelassen.
Bleibt zu berichten, dass es trotz allem ein schönes erstes Spiel war, welches zu Spekulationen Anlass gibt, dass das nächste Spiel (Heimspiel gegen Padaborn) dann eben gewonnen werden muss.
Die Rückfahrt, leicht bedrückt und reichlich verschlafen, verlief ohne Höhepunkte, wenn man von dem üblichen Stopp in einem üblichen Fast-Food-Restaurant und den ebenfalls üblichen „Auswüchsen“ auf Grund des Getränke-Zehners mal absieht.
Problematisch, aber vorhersehbar war für Einige der „Restweg“ nach Hause nach der Ankunft in Freiburg gegen 04:30 Uhr am Morgen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie unbekümmert manche Leute an dieses Thema herangehen. So nach dem Motto, irgendwie wird es dann wohl gehen oder irgendeiner wird mich dann wohl mitnehme. Manchmal klappt das, manchmal eben nicht.
Alles in Allem aber top und ohne Probleme und zumindest ich freue mich bereits auf den 27. August, an dem ich dann schon vorher in London zum Eröffnungsspiel im Wembly-Stadion gewesen bin, bevor es dann nach Augsburg zum zweiten Auswärtsspiel geht.
Ich grüße Euch und, seid gewarnt, Ihr hört sicher wieder von mir.
Bis da hin, macht`s gut, Euer Jochen