Und das noch in einem extra umgebauten EM-Stadion, kahl, nüchtern und leer.
So, wo fange ich denn an, wenn ich mich schon dazu entschlossen habe, vor dem ersten Auswärtsspiel mit „Berichten“ zu beginnen. Egal, ich merke es, es wird schwer, wieder rein zu kommen, egal, ob jetzt damit beginne, oder erst in 14 Tagen. Also los Jochen, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Also Vorbereitungszeit, Übungszeit, Selbsterkenntnis, hartes Trainieren, nicht mehr auf einer Norddeuten Insel, sondern im türkischen Ausland. Schön, zwei Spiele gegen Gegner aus der höchsten Klasse (Schalke und Bremen) und zwar keine schlechten. Diese dann noch im DSF zu sehen, Herz, was willst Du mehr. Weiter mit den „Nettigkeiten“ zwei Spiele gleich bei uns im Mösle, super, und nun eben noch einen draufgesetzt. Reise ins Ausland, sozusagen ein internationales Spiel. Was soll „ich“ sagen. Entweder, ich habe zu hohe Ansprüche, oder ich muss erkennen, es hat mich eigentlich nichts, eigentlich gar nichts so richtig vom Hocker gehauen. Das Übliche halt. Man sollte es nicht über bewerten, es ist doch „nur“ ein Test-Spiel, man will Neues mit neuen Spielern ausprobieren, bloß keine Panik, das wird schon. Das jedenfalls hat bei mir nicht „so“ gewirkt.
Ich bin äußerst skeptisch und außerdem auch etwas ruhiger, etwas nachdenklicher geworden ob der mannigfaltigen Begleiterscheinungen, die „ich“ in „dieser“ Spielpause viel deutlicher wahrgenommen habe als irgendwann zuvor. Ich glaube, ich werde nun doch einfach älter um nicht zu sagen zu alt für diese, „meine“ Vorstellungen und Wünsche. Als da wären, keine nennenswerten Reaktionen auf meine Weihnachts – bzw. Neujahrswünsche via Mail und Telefon. Keine Anfragen, die Spiele, vom DSF live übertragen, eventuell gemeinsam auf einer größeren Leinwand irgendwo zu genießen, keine nennenswerten Besucherzahlen im Mösle und schon gar nicht etwaige Versuche, eine Fahrgemeinschaft dahin zusammen zu bekommen. Nicht, dass das Leben nun unbedingt „davon“ abhängt, aber das Gemeinschaftsgefühl, das „WIR“- Gefühl, das Spontane, insgeheim aber auch Erhoffte, es tut halt weh, wenn es ausbleibt und findet seinen Höhepunkt, wenn man dann zu gegebenem Anlass dann auch noch bewusst ausgegrenzt und ignoriert wird.
Na ja, ich sprach da bereits von eventuell etwas zu hohen Erwartungen, aber in meinem Alter ist man mit Sicherheit empfindlicher und die Reaktionen bei einem „Selber“ gehen da schon sehr schnell in Resignation und auch Trotz über. Schön, ich kann mir einreden, hast ja selber Schuld, mach Dich doch selbstständig, mach Dich unabhängig, lass doch das ständige Buhlen und das damit verbundene Hoffen. Aber, Freunde, „ist es dann noch das Selbe“? Die Entscheidung fällt schwer, zumal man nicht dazu übergehen sollte, alle über einen Kamm zu scheren und damit das Ganze System in Frage zu stellen. Zurück zum Wesentlichen und auch schnell wieder einen festen Deckel auf die empfindliche Seele. Wen außer mir selber muss denn das auch interessieren?
Also alleine DSF gekuckt, aber mein „Roter“ war zumindest gut. Also auch ohne meine Freunde zum Mösle gekommen, aber 10 Euro für den geliebten Platz da oben auf der rechten Seite, das war jedem (fast) zu viel. Und das nächste Spiel, an einem Werktag um 14 Uhr, ist doch klar, dass man sich da keinen Urlaub holt und das Publikum eher jünger, sprich Schülerinnen und Schüler waren, was schon wider etwa zur Wehmut gelangte. Scheiße. Vielleicht liegt`s ja auch nur an mir, nur am Wetter, nur an der Spielweise nur, nur, nur. Mit solch gemischten Gefühlen begibt man sich dann ganz besonders gerne, höchst motiviert und äußerst wissbegierig in die sonnigeren Regionen des Stadions, wo sich bis das hin etliche Freundinnen und Freunde versammelt haben, um gemeinsam festzustellen, es ist eigentlich nur langweilig. Was liegt da näher, als sich nach den Anschluss-Aktivitäten zu erkundigen, zumal bis dato bereits vage Vorstellungen via Mail weitergereicht worden sind. Das dann von meiner Seite aus eigentlich nur zur eigenen Bestätigung.
Ja, was geht da ab, wenn man dabei erfahren muss, dass man schlicht und einfach bei der Belegung des Busses übergangen worden ist. Sorry, hab Dich vergessen, hättest Dich halt rechtzeitig anmelden müssen. Hä, es war doch bis dato noch gar nicht klar. Was nützen da spätere Beteuerungen, wenn man erkennt, dass eine einzige Winter-Pause ausreicht, um ein ungeschriebenes Gesetz , nämlich, „der Jochen fährt immer, es sei denn, er meldet sich rechtzeitig vorher ab“, jetzt nicht mehr gilt. OK., ich war nicht der Einzige, aber, soll das meinen Schmerz, meine Verwunderung, meine Unlust, um nicht zu sagen „Wut“ etwa schmälern. Ich sage Euch, nein. Das „Leben“ geht ja trotzdem weiter und die FG macht ja auch Busse und da bin ich dann eben mitgefahren. Vom Emmendinger Festplatz aus. Mit dem eigenen Auto hin gefahren und rechtzeitig angekommen, um zu erkennen, dass meine zwei Freunde ebenfalls da waren und auch auf den Bus gewartet haben und zwar in „ihrem“ Auto und ohne den geringsten Versuch einer Kontaktaufnahme zu mir. Es konnte ihnen nicht entgangen sein, dass da noch ein Fan zum Bus angereist kam, denn wir waren die Einzigen. Ich bin kein Hellseher, daher kann ich nur raten oder vermuten. Irgendetwas muss geschehen sein, was die schon vorher stark beeinträchtigte „Zweisamkeit“ derartig erschüttert hat, dass nun wohl gar kein Kontakt mehr möglich ist. Sehr, sehr schade, aber wohl nun nicht mehr einfach zu ignorieren.
So, das war bis hier hin dieses Mal schon sehr viel persönliches, was da so zusammengekommen ist und meine Bedenken und Befürchtungen sind bei Weitem dadurch nicht verflogen, dass ich hier versucht habe, diese Euch näher zu bringen, aber, das Leben geht weiter, und wie ich schmerzlich erfahren muss, ganz normal und ohne Umstände auch „ohne“ mich.
Nach einer so tollen Hinrunde habe ich mir halt auch eine ebensolche Rückrunde gewünscht. OK, das kann ja noch werden, aber der Anfang dazu war zumindest für mich nicht unbedingt berauschend. Und nun also der „krönende“ Abschluss, eine Reise in die Schweiz im halbvollen FG-Bus noch dazu zeitgleich vom gleichen Ort quasi mit Blickkontakt zum Supporters-Bus. Nicht witzig. Wir fuhren laut Ansage von Marc den besseren, kürzeren Weg über den Schwarzwald. Sozusagen über Hirschsprung, Himmelreich direkt nach Zürich. Erst während der Fahrt wurde mir klar, warum. Es wurden zahlreiche mehr oder weniger prominente Mitfahrer auf dieser Stecke aufgelesen. Machte nix, wir waren eh früh dran. Man glaubt es nicht, im Zeitalter der „offenen Grenzen“ sollte man annehmen, dass es auch kein Problem sein sollte, in die benachbarte Schweiz einzureisen. Mit Nichten. Bereits die Deutschen Zöllner machten sich einen, wenn auch einseitigen, Spaß daraus, (fast) alle Ausweise zwecks eingehender Kontrolle einzuziehen. Aber nicht genug damit, ca. 800 Meter weiter, an der Schweizerischen Grenze das Ganze dann noch mal. Es war einfach nur lächerlich, man erkannte schnell, dass unsere Ankunft denen via Handy mitgeteilt worden war. Dann aber doch flott los und mit einer Erholungspause in einem tollen Rasthof kamen wir dann auch in Zürich an und zu unserem Stadion (die Mithilfe einheimischer Passanten verschweige ich dezent).
Aus Gründen, die uns weitestgehend verschlossen geblieben sind (man einigte sich auf: "aus Sparsamkeits-Gründen“); wurden im Stadion nur zwei kleinere Teilbereiche geöffnet. Hier ein Teil des Fan-Blocks für die zu erwartenden ca. 500 FG-Fans, und dort, uns gegenüber für die Schweizer und die nicht FGler. Das alles in einem recht großen, eigens für die bevorstehenden Entscheidungs- Spiele im eigenen Ländle umgebauten Stadion, welches durch seine Schlichtheit und das nicht Vorhandensein von Zuschauern schon etwas Gespenstisches hatte. Jedenfalls „Stimmung“, wie auch immer kann da nicht aufkommen. Die Badische Zeitung sollte am nächsten Tag von einem Spiel mit „Aussetzern“ bei der Freiburger Mannschaft berichten, welches von einem kleinen „Rudel“ Freiburg-Fans lautstark aber auch mit derben Sprüchen und sich im Ton „vergreifend“ nicht immer die „Lacher“ auf ihrer Seite hatten. Schön, wir haben ein Tor gemacht. Die „Hilfe“ des Gegners war nicht zu übersehen. Genauso nicht das Unvermögen der eigenen Mannschaft wieder mal am Ende ein Tor zu verhindern, wie es das unnötiger nicht hätte sein können. Fazit, zumindest ich kann keine schlüssige Prognose für das erste Rückrunden-Spiel am kommenden Sonntag abgeben. Es beginnt sicher spannend und ich habe mich trotz innerer Zerrissenheit bereits für die nächsten zwei Auswärts-Spiele bei „meinen“ Supporters angemeldet.
Ich hoffe, ich werde es nicht bereuen, denn irgendwie „muss“ es ja weitergehen, und wenn, dann schon mit einer gewissen „Spaß-Garantie“. Ihr dürft Euch also darauf gefasst machen, auch in „dieser“ Rückrunde mit persönlichen Eindrücken und Bildern von mir belästigt oder beglückt zu werden. Aber, es steht ja auch jedem frei, ob er Gebrauch von diesem Angebot macht, oder doch lieber alles ungelesen lässt. Lasst uns also von einer überwältigenden Rückrunde träumen und einem unvermeidlichen Aufstieg in die Erste Liga.
Bis bald, Euer Schriftführer Jochen Knoll