Auswärtsspiel bei den Kickers Offenbach

O.K., es ist (leider) wieder nur ein Unentschieden geworden. Aber, zwei mal in Rückstand geraten, zwei mal souverän wieder dagegen gehalten und letztlich auch wieder ausgeglichen. Wann gab es das denn schonmal? Unentschieden ist ja nicht verloren. Schade nur, wenn überhaupt, dass das nun bereits zum vierten Mal geschehen ist. Für mich war es trotzdem eine super tolle, nie gedachte Hinrunde 2007 und die „neue“ Mannschaft ist ja so was von toll, dass man nur hoffen kann, dass sie sich in de Form noch recht lange hält. Ich schreibe diesen Bericht bewusst schon heute morgen, denn so kann ich getrost sagen, wir überwintern auf einem Aufstiegsplatz. (Köln spielt erst heute) Und, ich werde nichts mehr verbessern! Fazit von mir für das letzte Spiel in dieser Hinrunde:
Es war gut, es war schön, und ich bin froh, dass ich trotz einer Erkältung doch dabei war.

Also, meine Fahrt, wie immer wenn es geht, mit dem Bus der der Supporters-Crew. Sehr humane Abfahrtszeiten (08,30 Uhr, hätte sogar noch später sein können) mit dem besten Bus, den es für Geld gibt (Arttour Busreisen. Sie verzichtet zu Gunsten der besseren Sitzfreiheit gegenüber herkömmlichen Bussen auf vier Plätze), mit dem Eigner, Reinhard Kiechle als Fahrer (einen verständnisvolleren, tollerantereren, selber rauchenden Busfahrer gibt es einfach nicht),dieses Mal, auch nicht mehr als Überraschung, mit an Bord viele Freunde von der NBU, die ja immer noch Stadion-Verbot haben, aber doch gelegentlich mit uns fahren, um den gepflegten Kontakt zu stärken, die Gewissheit einer recht kurzen Anreise, (geschätzte 3 bis 4 Stunden), eines der Stadien, die, zumindest ich, bis dato noch nicht kannte, (nichts überwältigendes, alles Blech und Draht, sehr schlicht und reichlich kalt) aber nah am Spielfeld und damit an der Mannschaft, die wieder schon vor dem Spiel beim Warmlaufen den direkten Weg zu den mitgereisten Fans gefunden hat. Zu diesem letzten Spiel im Jahr 2007 sind auch erfreuliche „vier“ Busse aus Freiburg angereist, (sucht euch dafür einen der oben aufgeführten Gründe aus). Alles schien also toll, fröhlich, erwartungsvoll und spannend zu sein. Aber dabei sollte es nicht bleiben.

Verwunderlich war schon, dass wir nicht bereits vor den Toren der Stadt, wie üblich, von einem freundlichen Herren in Grün auf einem ebensolchen Motorrad empfangen wurden, der uns, wie gesagt, üblicher Weise, zielsicher und problemlos zum Stadion geleitet. Dank des Navi`s im Bus für Reinhard aber kein Problem. Nur, als wir um das Stadion herumfuhren, um den Bus-Parkplatz anzusteuern, fanden wir erst mit dem zweiten Anlauf den Haltepunkt, wo bereits zwei Freiburg-Busse abgestellt waren und wo uns deren Insassen fröhlich und zu Fuß, ohne jegliche polizeiliche Eskorte entgegen winkten. Wir, sprich unser Supporters-Bus wurde allerdings umwendend mittels Eskorte auf einen anderen Platz in einer etwas abgelegeneren Strasse geleitet. Höchstens etwas verwundert, aber noch nichts böse ahnend wurden derweil im Inneren des Busses die nötigen Vorbereitungen getroffen, um unter Absingung der üblichen Lieder gemeinsam zum Stadion zu ziehen. Wir durften nicht aussteigen! Jetzt kamen vorne einer „unserer“ (Freiburger) Szenekundigen in den Bus, um mitzuteilen, dass hier eine gezielte Leibesvisitation eines jeden Einzelnen geplant war und durchgeführt werden sollte. Es durfte nur jeweils einer vorne und einer in der Mitte raus und die wurden mittels 2 bis 3 Polizisten pro Fan systematisch gefilzt. Alles aufmachen, alles ausziehen, alles erklären, unsichere Dinge vorerst mal einkassieren und der Einzug des Personalausweises. Die erfragte Begründung war die, dass nachweisbar Teile dieser Businsassen beim letzten Auswärtsspiel, 14 Tage zuvor, in der Nähe der Stelle gestanden sind, an der es im Block „geraucht“ hat. Ich hatte das schon wieder vergessen.

Selbst die sofort recht zahlreich aufmarschierten uniformierten Aufsichts-Kräfte konnten nur noch dabei stehen, grimmig dreinschauen und nichts feststellen. Da die zuständige Polizei seiner Zeit dort und deshalb nichts Brauchbares herausgefunden hatte, und auch keine entsprechenden Aussagen der kurzfristig nach Spielende festgehalten Fans da war, wurden nun heute alle aus diesem verdächtigen Bus einfach kollektief einer Untersuchung unterzogen. Ich kann im Nachhinein nur sehr darüber staunen. Wir schreiben doch schließlich das Jahr 2007. Es kommen vier Busse aus Freiburg. Einer davon von der Supporters-Crew organisiert. Was liegt da näher, als alle Insassen „dieses“ Busses pauschal als „Verdächtige“ einzustufen und sie wie Verbrecher zu behandeln. Natürlich, das sind ja alles schlimme Hools und Ultras, deren Treiben ja hinlänglich bekannt ist und zumindest hier unbedingt bereits im Keim erstickt werden musste. Dazu kann und will ich nur sagen, da können die Verantwortlichen der Supporters-Crew sich noch so ansträngen, ein einigermaßen ordentliches Image zu erzeugen. Durch solche „Maßnahmen“ wird einfach alles wieder mal zunichte gemacht. Nein, es muss Härte demonstriert werden und all den sog. „Gegnern“ wieder mal Munition zum Lästern und Schmähen zu geben. Ich finde das sehr schade, denn es passt einfach nicht zur gegenwärtigen Situation des SCF. Dass Stadion-gesperrte Personen mit im Bus waren, war nicht nur rechtzeitig vorher angekündigt, sondern auch abgesegnet und genehmigt. Daran konnte man derartiges also kaum aufhängen. Das vorherige „Aussteigen“ unserer Freunde, außerhalb der sog. Bannmeile, wurde selbstverständlich eingehalten. „Sie“ haben sich also zu früh gefreut und wirklich NICHTS gefunden. Die Wellen sind darob trotzdem sehr hoch geschlagen, wie sich unschwer an meiner, dieser Berichterstattung erkennen lässt.
Wir sind aus den verschiedensten Gründen doch wohl noch sehr weit davon entfern, eine einheitlich denkende und fühlende Fangemeinschaft zu sein, die dann eben auch einheitlich und gleichberechtigt behandelt werden könnte. Schade, aber man soll eben die Hoffnung nie aufgeben.

Gott sei Dank waren wir sehr gut in der Zeit und Dank des besonnenen Eingreifens unserer hinzu geeilten Fanbeauftragten Marc und Michael konnten auch noch die letzten, sehr erbosten Fans dazu gebracht werden, aus dem Bus auszusteigen. Zum Schluss der ganzen Zeremonien sind wir in Polizei-Geleit dann zum Stadion verbracht worden, aber das sind Szenarien, die wir auch vom anderen Stadien kennen. Wenigstens wurden wir dort dann ohne weitere Kontrollen durch einen Seiteneingang hineingeführt in dieses „neue“ Stadion, welche mir wie eine rasch zusammengeschweißte, höchst unvorteilhafte und viel zu großflächig angemalte Blechdose in Erinnerung bleiben wird. Innen haben wir dann zusammen das Spiel gesehen, auf das wir uns alle gefreut haben und auch die gute Stimmung hat sich auf uns alle übertragen. Mit dem Kampfgeist und dem gezeigten Einsatz können wir überall und immer mithalten. Das 2:2 ist also Ok.

Ganz verdrängt, zumindest von mir, war die Tatsache, dass der Supporters-Bus seine Abfahrtszeit bereits in der Vorplanung auf 19 Uhr festgelegt hatte. Das wurde zwar im Forum erwähnt, war aber, wie gesagt, bei mir schon wieder unter gegangen. Grund war, dass wir ja mit den Freunden von der NBU unterwegs waren und zusammen mit denen nach dem Spiel noch auf den Weihnachtsmarkt gehen wollten. Gesagt, getan. Einige stürmten auch sogleich los mit der Aussage von Einheimischen im Hinterkopf, der Markt sei ca. 300 Meter weit weg und daher gut zu Fuß zu bewältigen. Nix war`s. Zumindest für mich, der ich flott mitschreiten hab wollen. Das waren mindestens drei Km, wenn nicht mehr und nicht nur einer machte mich auf meinen humpelnden Gang aufmerksam. Man bot sich sogar an, mich zu tragen. Das habe ich aber energisch und dankend abgelehnt. Es ist halt ein unterschied, ob man mit zwei Rückenoperationen und einer Eisenhüfte mit 68 Jahren unterwegs ist und das noch dazu, wenn einer so wie ich ausgesprochen unsportlich ist. War also nicht so prickeln für mich, dieser Hinweg. Aber es war schön zusammen mit allen anderen da den schlechten Glühwein und einen sehr guten Pflaumenpunsch mit Rum zu trinken. Ein spontaner Überfall auf ein Karussell, welches dadurch eine Runde lang voll in Freiburger Hand war, war ein krönender Moment. Zurück ging es dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln und so gegen 19.30 Uhr machten wir uns entspannt und angemüdet auf die Heimreise, welche Dank Reinhard auch rasch und unproblematisch angegangen wurde.

Die üblichen Zwischenstationen, nur umgekehrt, Karlsruhe, Offenburg, Emmendingen. Hier war für mich ja auch schon wieder der Schluss. Die anderen sind weiter nach Freiburg und Bötzingen. Wir haben uns für Weihnachten und Neujahr alles Gute gewünscht und schon wieder an das erste Spiel 2008 gedacht.

Ich grüße Euch alle und hoffe, dass durch meine Berichte die lange Fußballfreie zeit schnell vorüber geht.

In diesem Sinne, bis bald, Euer Schriftführer, Jochen.