Derbe Klatsche beim FC Bayern München

Ja, was soll ich da jetzt nur sagen? Wo fang ich an? Was ist überhaupt zu diesem „Ereignis“ zu sagen? Zunächst mal Fakten. Diese aber natürlich wie immer nur aus „meiner“ Sichtweite. Da äußert sich der neue Trainer des SCF via Badische Zeitung vom Freitag vor dem Spiel:“ Wir werden uns nicht verstecken und stellt auch gleich  seine drei Spitzen ins Aufgebot. Klingt doch erst mal mutig und hoffnungsvoll, oder? Das dachten auch wir Fans, die mit fünf Bussen, und mit der Bahn angereist waren. Aber auch ganz viele Bayern-Fans aus unserer Region kamen mit dem Bus. Es sollten 64.400 werden. Zuvor das übliche Prozedere. Gäste-Busse bitte etwas weiter weg vom Stadion, eigene Fan-Busse natürlich direkt davor. Insgesamt eine ungeheure Armada von Bussen. Dann das schweißtreibende Aufsteigen in die Kuppel der imposanten Allianz-Arena.

Da wir aber dieses Mal einen Fan dabei hatten, der an zwei Krücken laufen musste, haben wir einen Fahrstuhl da rauf gesucht und nach mehreren etwas problematischen Versuchen auch gefunden. Eigentlich schade, dass in München der Gäste-Block soweit vom Spielgeschehen entfernt ist, aber die Gerüchte besagen, dass das in voller Absicht so ist. OK, daran kann man sich gewöhnen. Nicht jedoch, dass leider auch unzählige Bayern-Fans den Weg in den Gäste-Block finden, um dort für erhebliche Unruhe zu sorgen. Kein Zaun und keine anderweitige „Trennung“ verhindert, dass da Fans und Gäste nebeneinander stehen, sich hämisch zu erkennen geben und den Ordnern und der Polizei erhebliche Probleme bringen. Aber letztlich doch egal, nicht zu ändern, halt so hinzunehmen.  „Unsere“ kommen auch zuerst aus der Kabine und alles, auch das Wetter, sieht sehr gut aus. Wirklich gar nichts deutet zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass wir da jetzt und heute die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte des Sportclub Freiburg live miterleben dürfen. Ja dürfen, wer ist denn schon live bei einem so spektakulären, einzigartigen Geschehen dabei? Wer hat den zuvor schon mal ein Spiel gesehen, an dem 7, in Worten, „sieben“ Tore zu bewundern waren. Teilweide wirklich zu bewundern, was offenbar auch einige „unserer“ Akteure dachten, denn sie haben eher ehrfürchtig gestaunt denn irgendetwas dagegen unternommen. Was nützt es dem Verein, wenn er mit drei Spitzen aufläuft, wenn die dann nicht einmal über die Spielfeld-Mittellinie kommen. Es ist, für mich, nicht in Worte zu kleiden, wie leicht es dem Gegner gemacht wurde. Der allgemein benutzte Begriff des „Manndeckens“ war an diesem Spieltag ein absolutes Fremdwort. Wie auch der gegen einen vermeintlich mächtigen Gegner nötige Einsatz bzw. sogar Kampfgeist, wo war der? Hoffentlich nur für dieses Spiel in der Garderobe vergessen. Jetzt mal Klartext. Das ganze Spektakel war eine einzige Katastrophe. Eine locker aufspielende Bayern-Mannschaft trifft auf eine schlecht oder gar nicht organisierte Freiburg-Mannschaft und es wird ein“ Scheiß-Kick“, bei dem zumindest ich nur bei unserem Torwart ein gewisses „Aufbäumen“ erkennen konnte. Er tat mir nur leid. Nicht einer seiner Mitspieler hat es auch nur ansatzweise fertig gebracht, ihm zu helfen, oder zumindest zu versuchen, die unzähligen Torschüsse des Gegners zu verhindern. Ich weiß nicht, was da abgegangen ist. Wir durften live die höchste Miederlage der Vereinsgeschichte miterleben und zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise ein Versuch, das Debakel zu verhindern. Die Zeitung “Zum Sonntag“ wird das alles recht treffend in einem einzigen Satz formulieren. „Der Sportclub ist in München vorgeführt worden“. Stimmt, so habe ich es auch empfunden und ehrlich, ich finde keine Erklärung und habe die größten Bedenken. Was, wenn wir jetzt noch zu Hause am Freitag gegen Stuttgart auch so auftreten? Was, wenn wir am Samstag auswärts gegen Schalke ähnlich agieren? Na klar, muss ja nicht so kommen, aber wer, mal ehrlich, hätte das auch vom Bayern-Spiel gedacht?

Alles in Allem, die Zukunft sieht momentan nicht so rosig aus  und vielleicht denkt da ja das Ein-  oder Andere Bobbele: OK gut dass ich da nicht mitgefahren bin, gut, dass wieder kein Bus zu Stande gekommen ist. Ich dagegen sage, es war zwar eine einzige, blamable Vorstellung, aber ich, ich war live dabei. Jetzt hoffen wir alle auf einen ganz anderen Aufritt am Freitag zu Hause und dass das ein einmaliger „Ausrutscher“ war. Ein Thema im Bus war nämlich auch der 11.09. Der von vor 10 Jahren, wo wir im UEFA-Pokal in Puchow unentschieden gespielt haben und damit auch eine Runde weiter gekommen sind.  Vielleicht war das alles ja auch ein „Weckruf“, und von jetzt an geht es nur noch steil nach oben.

Viele Bilder habe ich nicht gemacht. Erstens waren wir schon oft in der Allianz-Arena, zweitens ist es da oben so eng, dass ich nicht rumlaufen konnte und drittens war eben alles ziemlich weit weg und höchst unerfreulich. Trotzdem grüße ich Euch herzlich und verspreche auch weiterhin dann, wenn ich auswärts mit dabei bin, Euch mit meinen Berichten zu „Beglücken“

Man sieht sich, irgendwann, irgendwo und bis dahin, macht’s gut.

Euer Schriftführer,
Jochen Knoll